Dienstag, 3. Mai 2016

„Blended Learning im Fremdsprachenbereich einer burgenländischen NMS anhand der Lernplattform LMS"


„Nach diesen didaktischen Prinzipien organisiertes Wissen wird als Lernumgebung bezeichnet.“  (Swertz, 2004, S.27)

Inhalt
  • Projektbeschreibung und Vorgangsweise
  • Inhalte und Möglichkeiten des Projekts
  • Ziele und Gedanken zum Lernen mit Lernplattformen
  • Conclusio und Reflexion
  • Literatur und Quellen

Projektbeschreibung und Vorgangsweise
Mit Beginn der ersten Klasse (Altersstufe 10 Jahre) werden die Schülerinnen meiner Englischklasse bei der burgenländischen Lernplattform „LMS“ angemeldet.



Voraussetzung dafür ist eine Mailadresse und seitens der Administration die Anlage eines „Kurses“ auf der Plattform. Dann werden die Schülerinnen in den Kurs bzw. in die neue Lernumgebung geholt. Bezugnehmend auf Meders Theorien der Webdidaktik, wird den Lernenden zuerst in einigen Präsenzphasen die Lernplattform erklärt, und versucht diese Möglichkeit des Onlinelernens bzw. die dafür notwendige, neue Sprache, als Basis für individuelles Arbeiten mit Onlineplattformen zu schaffen.
Bezugnehmend auf den damit verbundenen Lernprozess schreibt Swertz in seinem Buch „Didaktisches Design“ dass, „in handlungsorientierten Lernprozessen, in denen die Lernenden das Wissen nicht nur lernen, sondern auch wiedergeben oder anwenden sollen“
 (Swertz, 2004, S.33)
Die Lernplattform LMS bietet folgende Möglichkeiten an, wesentliche Teile des Unterrichts zu Übungszwecken bzw. zur Vertiefung von Gelerntem zu sammeln bzw. den Schülerinnen in geordneter Form anzubieten.

Inhalte und Möglichkeiten des Projekts
  • Frei zugängiges Lernmaterial (OTP – Opportunity to practice)
  • Kurse für unterschiedliche Fächer und Schwerpunkte
  • Sammlung von Unterrichtsmaterialien im Content des LMS (frei für alle Kursadministratoren zugängig.)
  • Lernmaterialien für Kinder online und jederzeit abrufbar
  • Kontrollfragen und Übungsaufgaben zu angebotenen Lerninhalten
  • Onlinetests und Überprüfung von Lerninhalten
  • Notenkataloge und Aufzeichnungsmöglichkeiten für Lehrerinnen
  • Feedback für Schülerinnen durch Kompetenzkataloge (Aufgaben können Kompetenzen zugeordnet werden, und den Schülerinnen rückgemeldet werden – erreichte Feinziele, Probleme werden sichtbar, individuelle Lernstrategien,…)
  • Individuelles Feedback für Schülerinnen und indirekt auch für Eltern
  • Einbindung von Videos, Bildern und Podcast
  • Administrationstool für Vernetzung zwischen den Kollegen durch „Contentpools“ (Wissen sharen – Wissen teilen – Wissen nutzen)
  • eBooks

Ziele und Gedanken zum Lernen mit Lernplattformen

Als Hauptziel des Einsatzes der Lernplattform erscheint das zeitlich selbstbestimmte Lernen der Schülerinnen, und eine gleichzeitige Reduktion des Handlungsdrucks seitens der Lehrkraft. Der Druck, Feedback zu geben wird durch vorgegebene Lösungssystemen reduziert bzw. durch die Problemlösungsstrategien seitens der Lernenden, welche im Präsenzunterricht gemeinsam erarbeitet wurden größtenteils vermieden.
Besonders hier erscheint es als wesentlich, dass der pädagogische Takt als Grundlage in der Präsenz gelegt wurde, denn dadurch kann es zu einer „Entschärfung“ von Problemen in der eLearningphase kommen, wo die Kinder auf sich alleine gestellt sind.
Das Wissen und die Erfahrung seitens der Lehrkraft erscheinen als wesentlicher Vorteil. Dieser  „Spurwechsel“ in neue und innovative Geleise der Wissensvermittlung, als Basis für eigene Weiterentwicklung bzw. persönliches Wissensmanagement, kann als Vorteil und Ansatz für persönliche Weiterentwicklung angesehen werden.
Die Entwicklung der Schülerinnen dagegen zu einem lernenden Menschen an sich, erfordert Kommunikation und die Einbindung in den gesellschaftlichen Kontext. Die Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt. Der Mensch distanziert sich von sich selbst und durch diese Distanz kann der Mensch für sich selbst lernen.
Der Ansatz in der Schule kann aber auch von einer „metakommunikativen Ebene“ gesehen werden, denn die Schülerinnen lernen die Sprache des Computers indirekt, und wenden sie als User an. Die Sprache der Computer wird nicht mehr direkt gelernt, in der Anwendung ist diese neue Sprache aber wesentlicher für den User, als Hintergrundinformation. Computertechnologie bringt ein Spiel zwischen Sprachen und Realitäten: Präsenzunterricht  und „Face to face“ Einheiten bzw. Lerneinheiten in der Lernplattform in Form von Kursen.
Computertechnologie legt nahe, dass man auf zwei Ebenen denken muss, und die Fähigkeit der Denkfiguren und der Flexibilität steigt für den Lernenden. Eine Kombination der Sprachen und ein „hinter die Kulissen“ schauen ist ein gewinnbringender Ansatz in Bezug auf Meder. Computertechnologien sind auch ein guter Ansatz um den Terminus „Bildung“ zu überdenken, und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die sich besonders in der heutigen Zeit rasch ändern, zu berücksichtigen.
Als „Grobziel“ des Projektes kann der Zugang bzw. das Kennenlernen von Lernplattformen im Allgemeinen, und um Bezug zu Meder zu nehmen, die Auseinandersetzung mit neuen Medien bzw. der „Sprache des Computers“, welcher als Voraussetzung für die weitere Entwicklung der Kinder in der sich ständig wandelnden Gesellschaft angesehen werden kann. Hie erscheint es wesentlich den Begriff des „Lernens“ und der „Bildung“ kritisch zu hinterfragt werden, denn abhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen erscheint eine ständige Anpassung und kritischen Auseinandersetzung mit diesen Begrifflichkeiten, gerade in der Institution Schule, als wesentlich.
Bildungsbegriffe beziehen sich immer auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen und müssen in Definitionen immer berücksichtigt werden. Ein Bildungsbegriff entfaltet sich vor dem Hintergrund der Gesellschaft. Der Mensch als emanzipiertes Wesen muss für den Begriff „Bildung“ berücksichtigt werden.
Schon Kant sprach von „
neue Dimension des sich-selber-bildens.“  (Lederer, 2007, S.3) und von der Lage des Menschen in Blickpunkt auf die Gesellschaft, und von einem Ausgang aus der selbstverschuldeten Situation des Menschen. „Bildung ist nach Meder strukturell die Ausbildung eines Verhältnisses zu sich selbst, zu anderen und zur Welt. Dabei können Menschen nicht nur die drei Verhältnisse aufbauen, sondern sind sich dieses Umstandes auch bewusst.“  (Swertz, 2004, S. 26)
Bezugnehmend auf das eLearning kann auch der Faktor „Motivation beim E-Learning“ als indirektes Ziel angesehen werden, welcher von Wolf, Egloffstein und Popp in ihrem Aufsatz „Emotional-motivationale Erlebensunterschieden Online-und Präsenzphasen hybrider E-Learning-Designs“ in der „Zeitschrift für e-learning“ genauer beleuchtet wird. Dieser Faktor scheint bei der Benutzung des LMS seitens der Schülerinnen, auch in diesem Projekt eine nicht unwesentliche Bedeutung zu Teil zu werden. Die Autoren beschreiben als zentrale Faktoren „Freude, Stolz, Ärger“  (Wolf, Egloffstein, & Popp, 2008, S.21)als emotionale Elemente, welche sich nicht wesentlich vom traditionellen Unterricht unterscheiden.
„Didaktisch aufbereitetes Lernmaterial ermutigt die Lernenden zur Nutzung von Freiräumen.“
 (Swertz, 2004, S.5)
Die Schülerinnen haben damit die Möglichkeit selbstbestimmt zu lernen – Ort, Zeit und Tempo können selbst bestimmt werden. Dadurch kann eine Individualisierung mit Hilfe von Blended Learning erzielt werden, und indirekt einzeln auf die Lernenden eingegangen werden.
Bezugnehmend auf Swertz „erfordert Computertechnologie dynamische individualisierbare Hypertexte aus bildschirmgroßen Wissenseinheiten.“
(Swertz, 2004, S.25)

Nach didaktischen Vorüberlegungen „organisierte Hypertexte
• ermöglichen für jede Lernende und jeden Lernenden die individuelle
Wahl von Inhalten,
• ermöglichen es, den gewählten Inhalt durch (Such-)Werkzeuge zur individuellen
Navigation zu erschließen und
• ermöglichen die individuelle Wahl eines didaktischen Modells für den
Ablauf des Lernprozesses.“  (Swertz, 2004, S.25)

Hie kann der Bezug zum beschriebenen Projekt des LMS recht deutlich hergestellt werden, denn als Zusammenfassung könnten alle drei Punkte mit einem klaren „Ja, Anforderung erfüllt“ beantwortet werden.
Indirekt können auch die Eltern der Schülerinnen profitieren, denn anhand der Lerneinheiten (Lernpakete) haben sie die Möglichkeit genau mitzuverfolgen, was im Unterricht gemacht wird.


Conclusio und Reflexion

Bezugnehmend zu modernen Entwicklungen in der Bildung und den gesteigerten Möglichkeiten und Anforderungen an die Wissensorganisation „Schule“ kann der Einsatz von Lernplattformen als zusätzlicher Lernort für Schülerinnen angesehen werden. Gut geplant und an den Bedürfnissen der Lernenden angepasst wird der Einsatz von eLearning als Bereicherung des traditionellen Präsenzunterrichts angesehen. Im vorliegenden Fall sind auch das Feedback aus der Kollegenschaft, die Rückmeldung der Schülerinnen und die Forderung der Eltern nach vermehrtem Einsatz solcher Lernplattformen ein Hinweis auf die Wichtigkeit der Ausweitung in den Bereich des Web 2.0 und des Internets.

Literatur und Quellen

Lederer, B. (2007). Der Bildungsbegriff - eine kurze Erklärung. Köln: Universität zu Köln.Swertz, C. (2004). Didaktisches Design. Bielefeld: Bertelsmann.
Wolf, K., Egloffstein, M., & Popp, V. (Januar 2008). Emotional-motivationale Erlebensunterschiede in Online-und Präsenzphasen hybrider E-Learning-Designs. zeitschrift für e-learning , S. 19-31.
Weblinks und Seminarunterlagen Swertz (Texte von Meder und Herbart)

Samstag, 30. April 2016

Kompetenzbegriff, Medienkompetenz oder LehrerInnen als ExpertInnen


Zu Beginn dieses Kapitels soll auf den Kompetenzbegriff als Überbegriff kurz eingegangen werden. Seit PISA wurde der Begriff der „Kompetenz“ ins Zentrum pädagogischer Überlegungen gestellt und findet immer wieder Eingang in Lehrpläne und fachliche pädagogische Schriften. Als Hintergrund der Überlegungen und möglicher Definitionen gelten dabei alle Fertigkeiten, Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen, welche SchülerInnen am Ende ihrer Schullaufbahn haben sollen.  (Hechenleitner & Schwarzkopf, 2006, S. 1 f.) Trotz Bildungsstandards und einheitlicher Prüfungsanforderungen „wird der Kompetenzbegriff auf wissenschaftlicher Seite noch immer kontrovers diskutiert und in der Praxis äußert variantenreich verwendet.“ (Hechenleitner & Schwarzkopf, 2006, S. 1)
Die Anwendung von Fertigkeiten und Wissen steht im Vordergrund der Überlegungen, und von Deutschland ausgehend hat sich die im Jahr 2001 von F.E. Weinert formulierte und auch meistzitierte Variante des Kompetenzbegriffes durchgesetzt.
„Die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“ (Weinert, 2001, S. 27 f.) Abzugrenzen ist hier der Begriff der „Qualifikation“, denn damit wird „eine konkrete, personenunabhängige Befähigung bzw. Eignung“  (Hechenleitner & Schwarzkopf, 2006, S. 1) angesehen. Dieser erscheint im Zusammenhang mit dem vorliegenden Problem in Bezug auf Blended Learning und Kollaboration als nicht unwesentlich, denn auch in diesen Bereichen sind Qualifikationen und Wissen kein Nachteil und als Basis für Weiterentwicklung nicht unwesentlich.  Auch die von Hechenleitner und Schwarzkopf beschriebenen Begriffe der „Schlüsselkompetenz“ und „Fachkompetenz“ werden als durchaus zielführend eingestuft. In Bezug auf Fachkompetenz „wird häufig von Handlungskompetenz gesprochen, welche sich wiederum in die Dimensionen der „Fachkompetenz“ selbst, „Humankompetenz“ und „Sozialkompetenz“ unterteilen lässt. Besonders „im berufs- und wirtschaftspädagogischen Bereich“  (Hechenleitner & Schwarzkopf, 2006, S. 2) stellt der Begriff der „Handlungskompetenz“ das wesentliche Leitziel beruflicher Bildung dar und findet durchaus auch in der vorliegenden Arbeit seine Berechtigung.
Der Begriffes der Medienkompetenz, welcher besonders im Bereich Blendend Learning und E-Learning als wesentlich erscheint, wird in der Literatur oft aus verschiedenen Positionen beschrieben bzw. definiert. Für die Herangehensweise dieser Arbeit erscheint der Ansatz Mosers passend. Heinz Moser spricht von einem Bündel von Fähigkeiten welche der Lernende in der Auseinandersetzung mit Medien selbst zu entwickeln hätte. Dies geschieht im Rahmen von geeigneten Lernsituationen, mit denen die Schüler „kompetent und souverän“ umgehen können. (Moser H. , 2006, S. 220). Bewusst soll hier nun die Überleitung von der SchülerInnenrolle zur eigentlichen Zielgruppe der Arbeit gesetzt werden, zu den PädagogInnen.
Mayer, Resinger und Schratz beschreiben in ihrem Buch „E-Learning im Schulalltag“, wo die Umsetzung des Themas eLearning in verschiedenen eLSA – Schulen untersucht wurde, recht anschaulich, dass KollegInnen durch Zusammenarbeit und Vernetzung zu ExpertInnen auf dem Gebiet des Blended Learning wurden. Mit der Steigerung ihrer Kompetenz wurde deutlich, dass sie ihr Können auch bereitwillig anderen KollegInnen zur Verfügungen gestellt haben. Nicht nur innerhalb der eigenen Schule wurden Netzwerke aufgebaut, sondern auch schulübergreifende Kollaborationen wurden eingerichtet. Auch von den unterschiedlichen Schulleitungen wurde bestätigt, dass die Steigerung der Kompetenz und die „Professionalität im Umgang mit E-Learning“ eine Steigerung der beruflichen Professionalität der KollegInnen zu Folge hat.  (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 43 f.)
Dieses Beispiel zeigt anschaulich, dass Medienkompetenz und E-Learning auch Auswirkungen auf das Wissensmanagement innerhalb von Organisationen haben, denn mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien kommt es zu einer Flut von (Gruber-Rotheneder, 2011) Wissen, welches in Netzwerken verbreitet wird (Wiater, 2007), und  auch anderen KollegInnen in ihrer Vorbereitung helfen kann.
Mandl und Kopp betonen in ihrem Forschungsbericht zu Blended Learning, dass Kompetenz im Umgang mit neuen Medien wesentlich ist, denn „nicht nur eine sichere technische Handhabung, sondern auch die Fähigkeit, Medien gezielt zur Informationssuche einzusetzen“ (Mandl & Kopp, 2006, S. 11) erscheint wesentlich für Zusammenarbeit und Kollaboration. Blended Learning setzt als Grundlage digitale Medien voraus, welche in Organisationen auch zu Innovationen führen können, denn der Einsatz von Medien führt neben der „Organisation und Verwaltung von Bildungsprozessen“, auch zu einer „Kommunikation, zur Kooperation und zum persönlichen Wissensmanagement“ in Schulen. (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 4)
In weiterer Folge kann diese Entwicklung zu „neuen Lerngemeinschaften unter Lehrkräften einer Schule oder zu neuen Formen der Fortbildung von Lehrern führen.“  (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 4)
Im Rahmen ihrer Arbeit „Wissenschaftliche Begleitung von Blended Learning in der Lehrerfortbildung“ (2009) konnten Reinmann, Florian, Häuptle und Metscher weiters festellen, dass die KursTeilnehmerInnen des Forschungsprojektes der Universität Augsburg im Rahmen des »Intel® Lehren – Aufbaukurs Online«, „ihre Methoden- und Medienkompetenzen“  (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 110) gesteigert haben und Offenheit bzw. Zusammenarbeit zwischen den KollegInnen als wesentliche Faktoren für den Erfolg von Blended Learning eingestuft wurden. „Offenheit und eine Reflexion des eigenen Unterrichts sowie die Zusammenarbeit mit Kollegen erwiesen sich hier als zentrale Punkte.“  (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 110)
Ob es aber zu einer erfolgreichen Umsetzung von Blended Learning Konzepten an Schulen kommt und ob dies in weiterer Folge auch zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften führt, ist nach Reinmann, Florian, Häuptle und Metscher auch wesentlich von der Medienkompetenz der LehrerInnen abhängig. Auch das mediendidaktische Verständnis und das Wissen bzw. Können im Bereich der neuen Medien scheinen wesentliche Faktoren für den erfolgreichen Einsatz von Blended Learning zu sein, denn Unsicherheit und Hemmungen sind oft der Grund für das Scheitern solcher Versuche.  (Reinmann, Florian, Häuptle, & Metscher, 2009, S. 1-2)
Wenn LehrerInnen zu ExpertInnen werden, und im Zuge der eigenen Fortbildung Kompetenzen im Bereich neuer Medien entwickeln, dann führt dies nach  Häuptle, Florian und Reinmann zu Transfererfolgen, denn „digitale Medien können Motor von Innovationen sein“  (Häuptle, Florian, & Reinmann, 2008, S. 4)
Zusammenfassend kann hier gesagt werden, dass Medienkompetenz verstärkt auf den  Umgang mit neuen Medien abzielt. Die Vermittlung von instrumentellem Wissen, der richtige Einsatz der Medien, aber auch die kritische Reflexion im Umgang mit den Medien erscheint als wesentlich und wird auch im Handbuch „Digitale Medien“ von Gruber-Rotheneder so definiert.  (Gruber-Rotheneder, 2011)

Aus: Blended Learning als Chance der Wissensvermittlung und Verbesserung kollaborativer Zusammenarbeit von LehrerInnen, Mittl Oliver 2012

Literatur:
Häuptle, E., Florian, A., & Reinmann, G. (2008). Nachhaltigkeit von Medienprojekten in der Lehrerfortbildung: Abschlussbericht zur Evaluation des Blended Learning-Lehrerfortbildungsprogramms „Intel® Lehren – Aufbaukurs Online". Augsburg: Universität Augsburg.
Reinmann, G., Florian, A., Häuptle, E., & Metscher, J. (2009). Wissenschaftliche Begleitung von Blended Learning in der Lehrerfortbildung: Konzept, Methodik, Ergebnisse, Erfahrungen und Empfehlungen am Beispiel "Intel Lehren - Aufbaukurs Online". Münster: MV-Verlag.
Moser, H. (2006). Einführung in die Medienpädagogik. Wiesbaden: VS Verlag.
Niemeyer, B. (2005). Neue Lernkulturen in Europa? Prozesse, Positionen, Perspektiven. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.
Gruber-Rotheneder, B. (2011). Lernen mit digitalen Medien - Ein Handbuch Erwachsenenbildung und Regionalentwicklung. Wien: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
Wiater, W. (2007). Wissensmanagement - Eine Einführung für Pädagogen. Wiesbaden: GWV Fachverlag.
Hechenleitner, A., & Schwarzkopf, K. (April 2006). Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung. Abgerufen am 20. Feber 2012 von isb.bayern.de: http://www.kompas.bayern.de/userfiles/infokompetenz.pdf

Montag, 27. Januar 2014

Didaktik in Blended Learning-Szenarien

Nach langer Zeit...wieder einmal die Literaturlisten von meiner Masterarbeit durchgeackert...und wieder einmal auf sehr Interessantes...ich würde einmal sagen..."eh klar"... gestoßen. Es wäre so einfach Blended Learning in der heutigen Zeit umzusetzen...wirklich schade, dass es noch immer Kolleginnen gibt, die den Mehrwert von Onlineplattformen und Vernetzung noch immer nicht verstanden haben...Angst vor dem "Neuen"...und das im Jahr 2014...na ja es wird schon werden...wer´s glaubt ;-)


"Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess. Wissen kann nur über eine
selbstständige und eigenaktive Beteiligung des Lernenden im Lernprozess
erworben werden.
• Lernen ist ein konstruktiver Prozess. Wissen kann nur erworben und
genutzt werden, wenn es in die bereits vorhandenen Wissensstrukturen
eingebaut und auf der Basis von Vorwissen und Erfahrungen interpretiert
wird.
• Lernen ist ein emotionaler Prozess. Für den Wissenserwerb ist es zentral,
dass die Lernenden während des Lernprozesses positive Emotionen wie
Freude empfinden. Für das Lernen als hinderlich erweisen sich vor allem
Angst und Stress.

• Lernen ist ein selbst gesteuerter Prozess. Die Auseinandersetzung mit
einem Inhalt erfordert vom Lernenden die Planung, Kontrolle und
Überwachung des eigenen Lernprozesses.
• Lernen ist ein sozialer Prozess. Wissenserwerb findet in der Interaktion mit
anderen statt.
• Lernen ist ein situativer Prozess. Der Erwerb von Wissen ist an einen
spezifischen Kontext oder an eine Situation gebunden, da dieses stets
kontextuelle und situative Bezüge aufweist."

Aus: Heinz Mandl und Birgitta Kopp 

Blended Learning: 
Forschungsfragen und Perspektiven 


Februar 2006

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Key words: Blended Learning, collaboration, IT competences, Community of Practice

Out of the abstract of my master thesis:

"Blended Learning considered as a chance for knowledge transfer and increase of collaborative joint work of teachers. The term “eLearning” is part of nearly every company, organization or educational institution. Schools especially want to lay claim the factor eLearning and present it on their portfolios to show a forced competency and skill to their customers - the parents and children. The purpose of this thesis is to examine to what extent the use of blended learning can affect the collaboration within a team of school teachers, and if it is an alternative to a classic knowledge transfer.
First, a review of different terms and definitions about knowledge, knowledge management and schools as a learning organization is described. Furthermore current literature relating on e-learning and blended learning is addressed. The research part is a mix of methods and combines both quantitative and qualitative investigations. The first step of the empirical study is a quantitative questionnaire conducted on all the teachers of the organization being analyzed. To deepen the research, three interviews with knowledge carriers of the school are conducted to challenge and evaluate the results of the survey. Finally the combination of the two methods and the analysis of the data are used to get a tangible result.
The main outcome of this thesis is that blended learning is an important part of the researched organization and it can be a chance to increase the collaborative work of the teacher’s team. According to the results of the surveys the use of blended learning and a more positive candidness depends on the IT competences of every teacher and the not to underestimate role of the administration of the organization."

made with tagxedo


„Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg.“ (Henry Ford)
Einem Artikel aus der „Zeitschrift für Pädagogen“ aus dem Jahr 2006 zufolge herrscht in den Schulen nach wie vor ein Mangel an Kooperation und Kollaboration zwischen LehrerInnen. Studien in Deutschland belegen (z.B. Esslinger 2002), dass Zusammenarbeit einen „untergeordneten Stellenwert der Kooperation von Lehrkräften in Kollegien…“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205) darstellt. Ein Trend zu einem Mehr an Zusammenarbeit und Vernetzung sei laut den Autoren nicht zu erkennen. Ergebnisse der Schuleffektivitätsforschung dagegen zeigen aber recht deutlich auf, dass erfolgreiche Schulen „gemessen an den Leistungen bzw. Leistungszuwächsen ihrer Schüler/-innen sich durch ein hohes Maß an Kooperation und Kohäsion im Kollegium auszeichnen.“ (Gräsel, Fußangel, & Pröbstel, 2006, S. 205)....

Sonntag, 20. Oktober 2013

Wordle of my Masterthesis - cool Tool



Wordle (www.wordle.net) hebt nach der Eingabe des gesamten Textes von meiner Master Thesis die häufigsten bzw. wichtigsten Wörter hervor. In meinem Fall ist der Output faszinierend, da gerade "Learning, Blended, Organisation, Zusammenarbeit, Kolleginnen, Wissen, E-Learning,..." die wesentlichen Inhalts -und Ansatzpunkte meiner Arbeit waren. Toll eine Bestätigung meines Ansatzes.
Einfach ausprobieren und Wordle ist eine einfache Alternative zu andren Word-Cloud-Tools.

Samstag, 19. Oktober 2013

Skills–Definitionen und Erklärungen



Skills ins Deutsche übersetzt bedeutet Fähigkeiten, Fertigkeiten. Fertigkeiten bezeichnen im Allgemeinen einen erlernten oder erworbenen Anteil des Verhaltens. Der Begriff der Fertigkeit grenzt sich damit vom Begriff der Fähigkeit ab, die als Voraussetzung für die Realisierung einer Fertigkeit betrachtet wird. Können umfasst Fähigkeit und Fertigkeit. Fertigkeiten sind beispielsweise Klavierspielen, Lesen, Schreiben, Rechnen, Sprechen, Fußballspielen und Ähnliches.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fertigkeit
Bei Skills wird zwischen Hard Skills und Soft Skills unterschieden:
Hard Skills:

Unter Fachkompetenz, Sachkompetenz, Fachkenntnis, Fachkunde, Sachkunde, Fachwissen versteht man die Fähigkeit, berufstypische Aufgaben und Sachverhalte den theoretischen Anforderungen gemäß selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen. Die hierzu erforderlichen Fertigkeiten und Kenntnisse bestehen hauptsächlich aus Erfahrung, Verständnis fachspezifischer Fragestellungen und Zusammenhängen sowie der Fähigkeit, diese Probleme technisch einwandfrei und zielgerecht zu lösen. Voraussetzung ist in der Regel eine entsprechende Ausbildung.
Die Fach- bzw. Sachkunde umfasst:
  • das Fachwissen im eigentlichen Sinne
    • Kenntnis der fachspezifischen Ausdrücke und Fachtermini (Fachsprache)
    • Kenntnis der fachspezifischen Methoden und Verfahren, Arbeitsmittel und Materialien und deren sachgemäße Verwendung.
    • Kenntnis der in einem Fach behandelten Themen und Sachverhalte (Sachkunde, Überblick über das ganze Fachgebiet)
    • Kenntnis der das Sachgebiet betreffenden Standards und des Rechtsrahmens
    • Kenntnis der vom Umgang mit der Sache ausgehenden Gefahren und Risiken, und die daraus resultierenden Vorsichts-, Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen, und das Bewusstsein der Verantwortung und Haftung
Fachkompetenz heißt, die einschlägigen Fachkenntnisse und Fertigkeiten in sachbezogenen Fällen anzuwenden. (http://de.wikipedia.org/wiki/Hard_Skills)
Soft Skills:
Soziale Kompetenz, häufig auch soft Skills genannt, ist die Gesamtheit persönlicher Fähigkeiten und Einstellungen, die dazu beitragen, individuelle Handlungsziele mit den Einstellungen und Werten einer Gruppe zu verknüpfen und in diesem Sinne auch das Verhalten und die Einstellungen von Mitmenschen zu beeinflussen. Soziale Kompetenz umfasst Fertigkeiten, die für die soziale Interaktion nützlich oder notwendig sind. In der Literatur werden Soft Skills eingedeutscht als „weiche“ Fähigkeiten und Fertigkeiten bezeichnet. Sie beinhalten neben der sozialen Kompetenz im engeren Sinne auch Neigungen, Interessen und andere Persönlichkeitsmerkmale (Belastbarkeit, Frustrationstoleranz u. ä.). „Weich“ meint zudem, dass sie nicht mit gleicher Verlässlichkeit erfasst werden können wie „Hard Skills“ als die (kognitive) Leistungsfähigkeit, wofür zahlreiche objektive Leistungstests zur Verfügung stehen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Kompetenz)
Die sogenannten "Soft Skills" sind diejenigen Fähigkeiten, die nicht durch Zeugnisse und Urkunden nachzuweisen sind. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Sozial- und Führungskompetenz. (http://www.projektmagazin.de/glossarterm/soft-skills)

Definition from YouTube

What Are Soft Skills from Syntuity


Quelle: http://youtu.be/Qjc8h6r_N8w

Dienstag, 15. Oktober 2013

Classroom2.0 by Helen Barrett (blog.helenbarrett.org)

 

Präsentation von Helen Barrett auf Slideshare

Die Präsentation stellt wesentliche Definitionen zum Thema ePortfolio dar bzw. bietet zahlreiche Ansätze, wie man Portfolios “richtig” um-und einsetzen kann.

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…ohne Worte…

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(Der Blogbeitrag ist mit dem Windows Live Writer entstanden – ein tolles Tool von Windows 8)

Sonntag, 2. Juni 2013

My "Teacher’s INN" group on Facebook - Best practice for Knowledge management in virtual communities...

After reading the article http://www.community-of-knowledge.de/beitrag/knowledge-management-in-virtual-communities/  from Dirk Langenberg, Melanie Welker…

...and in connection with my research work on my Facebook group Teacher´s INN the first sentence of the article was motivation enough to read the article and put it on my list of literature and fitting internet links for KM and networking.
“People with common interests meet in communities to exchange their knowledge.” 

The difference today to traditional meeting points like coffee houses, bars, restaurants, meeting rooms,…is the place where communities and groups can meet.
“Today, these communities are organized virtually in the internet.”
(Langenberg & Welker, 2011)

Like in my Facebook group there are no cultural or geographical borders, but in real life such communities, like my own group “Teacher’s INN” needs support to keep the knowledge transfer running and the members together.
In my case it has become a daily routine to keep an eye on my network and on the activities in the group:
  • Are there any new postings?
  • Are the netiquette and the intercourse between the members relevant to the goals of the group?
  • Are there any new members today?
  • Does the new member fulfil  the requirements of the group? (Teacher, headmaster, someone who works a lot with children…)
  • Is the member a “friend”?
  • Should I add members to my own social network and show more of my own person?
  • Are the posted topics parts of my goals and of the description of my group?
  • Do members use the group to politicize or do they just want to post news of the general education or school discussion?
  • Organizing my own posting and news.
  • What kind of member is he or she (active, passive, open minded,...) 
The article and the study give an overview about the cultural differences of communities, and it was also published in the Open Journal of Knowledge Management - Issue III/2011. Over the last years the internet and a lot of social platforms offer a tremendous variety of connecting and communication all over the world.
“…everyone knows everyone through maximum six corners. [...] if everyone knows everyone through six corners, the whole implicit and explicit knowledge of the world should be available through maximum six corners at the same time.” (Knoof  2007, 44).
Only with those connections and global knowledge transfer the business can face today´s challenges. Human beings and their networks can be seen as human capital and knowledge capital too. It is a matter of fact that members of such groups like “Teacher’s INN” are interested in exchanging on topics and ideas. They get and stay in contact with Facebook or other networks like Xing, Twitter or use their own blogs.
The article also deals with cultural differences, country-specific interpretations and language borders of the members, because those point play an important role within the communication and can “have a strong influence on the communication itself”.  (Langenberg & Welker, 2011)
The study of 2009 comprehended 25 knowledge management communities and more than 11 cultural oriented success indicators have been checked. One main statement of the study is “Different cultures and cultural backgrounds do have an influence on communication in general, but furthermore on communication in virtual surroundings.”  (Langenberg & Welker, 2011)
The study itself is not the most important part for my work or personal interest, but there are a lot of general statements in the study and the article which show the authority of my Facebook group and the hours of work which is hidden in the control, the administration and in the organization of link lists and content management. The following points are part of collaboration and knowledge management software platforms.
According to the article there are three challenges – also part of my daily work in the Teacher’s INN.
Communication between the members has to be improved.
(Posting, writing messages, chat, discuss…)
Effective sharing of knowledge has to be enabled.
(Members have the right to post links, open discussions…)
Management of a community has to be simplified
(There are two administrators, membership is free, everybody can leave the group, every member can add new members…)
One of the most important sentences for me “All members should use it intuitively and should feel integrated into the community.” (Langenberg & Welker, 2011)
“To improve the management of virtual communities, technical barriers have to be solved.”
(Langenberg & Welker, 2011) 
This statement describes why I choosed Facebook as a home base for networking with others in the virtual world.
All the members of the group seemed to be familiar with the technical possibilities of Facebook surface, and that’s why there is almost no need to support the network in the community. This fact cannot be argued away because not just in my opinion technical problems of such communities can often hinder the workflow and the communication in such groups.


Montag, 27. Mai 2013

Blended learning als Motor für Zusammenarbeit und Kollaboration zwischen LehrerInnen

Wirkung für die Schule
  • Blended Learning führt zu einer verbesserten Zusammenarbeit innerhalb der Organisation. Voraussetzungen dafür sind die Bereitschaft der LehrerInnen ihr Wissen mit anderen zu teilen und eine Steigerung der  IT – Kompetenz.
  • Lehrerteams und Fachgruppen, welche Erfahrungen und Wissen austauschen, führen  zu einer effektiveren Vernetzung zwischen den LehrerInnen.
  • Durch die Steigerung der Zusammenarbeit kommt es zu einem professionellen Wandel hin zu einer lernenden Organisation.
  • Blended Learning bereichert den traditionellen Unterricht und kann ihn abwechslungsreicher gestalten.
  • Die Leitung der Organisation erscheint als wichtiger Faktor, denn sie gibt die Rahmenbedingungen für eine effektive Zusammenarbeit vor. 

Wirkung für die LehrerInnen
  • Durch eine bessere Vernetzung wird das Zeitmanagement individueller und effektiver gestaltet.
  • Vorhandene Unterrichtsmaterialien werden offline und online ausgetauscht und gesichert.
  • Erfahrungen aus dem Unterricht bzw. Best Practice Beispiele werden nicht nur in Face to Face Gesprächen, sondern auch online weitergegeben.
  • Durch gegenseitige Unterstützung kommt es zu einer Steigerung der Kommunikation, welche neben traditionellen Kanälen bzw. Face to Face auch online erfolgt.
  • Wissensträger fungieren als Vernetzer und geben ihr Wissen an KollegInnen freiwillig in schulinternen LehrerInnenfortbildungen weiter.
  • Ziel ist die Steigerung der IT – Kompetenz und die Reduktion der Angstschwelle vor dem Einsatz von Blended Learning innerhalb der Organisation.
  • Vermehrter Wissensaustausch führt zu einer Sensibilisierung in Bezug auf die Zusammenarbeit und einem verbesserten Wissensmanagement innerhalb der Organisation.
  • Durch Transparenz und Austausch werden Doppelarbeiten vermieden, wodurch Zeit für mehr Kommunikation und persönliche Weiterentwicklung entstehen kann.
  • Das Einzelkämpfertum wird durch den Teamgedanken und durch den Wissensaustausch innerhalb von Fachgruppen reduziert.
  • Kollaborative Werkzeuge wie Google Docs werden zur gemeinsamen Bearbeitung von unterschiedlichen Themen in der Organisation eingesetzt.
Quelle: "Blended Learning als Chance der Wissensvermittlung und Verbesserung kollaborativer

 Zusammenarbeit von LehrerInnen" (Mittl, 2012)
SlideshareLink


Freitag, 24. Mai 2013

Der Qualifikationsbegriff

Der Begriff der „Qualifikation“ erscheint in einer ersten Annäherung relativ klar abgrenz- und definierbar. Setzt man sich jedoch genauer mit dem Thema auseinander, so findet man recht unterschiedlicher Zugänge in der Literatur. Abhängig von der Sichtweise und vom fachlichen Zugang ergeben sich unterschiedliche Definitionen und Erläuterungen für den Begriff.
Es gibt unterschiedliche Arten von Qualifikationen. Im Allgemeinen wird zwischen funktionaler (überwiegend Kenntnisse und Fertigkeiten) und extrafunktionaler Qualifikation (überwiegend persönliche Eigenschaften) unterschieden. Qualifikationen von berufs- und funktionsübergreifendem Charakter werden auch als Schlüsselqualifikationen bezeichnet. (Edrich, 2010)
Qualifikation  beispielsweise im Bereich Sport bedeutet nach Wikipedia „sämtliche Arten von Vorausscheiden, in denen mehrere Sportler oder Mannschaften darum kämpfen, an einem bestimmten Turnier oder Wettbewerb teilnehmen zu dürfen.“ (Wikipedia, 2013) Die Erklärung seitens des Personalwesens definiert Qualifikation als ein personenbezogenes Arbeitsvermögen, welches sich „aus Fach- und Sozialkompetenz zusammensetzt.“ (Wikipedia, 2013)
Im Bereich Bildung beschreibt Fedders in seiner Studienarbeit „Selbstgesteuertes Lernen vor dem Hintergrund des sich wandelnden Bildungsbegriffs“ (2008) als „abstrakte Fähigkeiten eines Individuums, bestimmte berufliche Anforderungen bewältigen zu können.“  (Fedder, 2008, S. 7). In weiterer Folge betrachtet er Qualifikation als formale Anforderungen, welche als Voraussetzung für den Zugang zu einem Beruf oder zu unterschiedlichen Bildungseinrichtungen erfüllt werden müssen. Er bringt auch den Aspekt der Messbarkeit ein, denn Zeugnisse, Zertifikate oder andere berufliche Nachweise sind für ihn „Dokumentation der Qualifikation einer Person“ (Fedder, 2008, S. 7)
Heidenreich nähert sich dem Begriff aus der Sichtweise einer betrieblichen Arbeitsorganisation, wo der Produktionsprozess in einzelne Arbeitspositionen zusammengefasst wird. Um diese Teilaufgaben erfüllen zu können, zielt hier der Qualifikationsbegriff auf die Fähigkeiten und Kenntnisse ab, die zu Erfüllung der Anforderungen der Arbeitsposition erforderlich sind (tätigkeitsbezogener Qualifikationsbegriff) anderseits „auf die Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten, über die eine Erwerbsperson tatsächlich verfügt (personenbezogener Qualifikationsbegriff).“  (Heidenreich, 1997, S. 696) Er spricht dabei von Qualifikationen wie: Loyalität, Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, führt aber auch das neuere Konzept der „Schlüsselqualifikationen“  (Heidenreich, 1997, S. 696) an. Darunter versteht er die „Fähigkeit zur Bewältigung offener,…komplexer Situationen…etwa Selbständigkeit, intrinsische Arbeitsmotivation, Team und Kommunikationsfähigkeit…und Lernfähigkeit.“ (Heidenreich, 1997, S. 696)

Nach Prof. Herbert Beck beinhalten Schlüsselqualifikationen folgende Punkte:
  • Sie dienen der Erschließung (Schlüssel) wechselnden Spezialwissens.
  • Sie beinhalten kein spezielles Fachwissen, sondern eine allgemeine berufliche Leistungsfähigkeit.
  • Sie stellen berufs- und funktionsübergreifende Qualifikationen mit übergeordneter Bedeutung für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben dar.
  • Sie waren schon immer von Bedeutung und stehen wegen der Wandlungen auf allen Gebieten jetzt stärker im Mittelpunkt.
  • Sie sind mehr als die traditionellen „Kenntnisse“ und „Fertigkeiten“, sie beinhalten zusätzliche „Fähigkeiten“.
  • Sie sind vielfältig anwendbar und liefern den „Schlüssel“ zum Problemlösen bei neu gestellten Arbeitsaufgaben.
  • Sie dienen der Selbsthilfe, indem sie zum selbständigen lebenslangen Lernen befähigen.